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Aktivitäten

Anleitung zur Tourenanmeldung und zum Erfassen der Tourenberichte erfassen und  Tourenfotos hochladen. PDF-Dokument

Wichtig: Adressänderungen bitte direkt im SAC Portal

Beschreibung zu den Tourenanforderungen

Sardona Weltkulturerbe und Martinsloch

Wanderung im Unesco Welterbe Tektonik Arena Sardona

Ein langer Titel für eine Rundwanderung in den Glarner und St Galler Alpen. Wir haben uns entsprechend vorbereitet und am Montagnachmittag das Besuchszentrum in Elm aufgesucht. Klein aber sehr informativ. Alle vier Teilnehmer*innen , Katherina, Sabine, Ursi und ich, wussten nun was die Glarner Hauptverschneidung ist und kannten die Theorien wie sich der rote250-300 Millionen Jahre alte Verrucano Stein (Tonschiefer) über das 200 Millionen jüngere Flyschgestein (Kalk und Gips) geschoben hat. Auch wie das legendäre Martinsloch, welches sich in den Wolken versteckte, entstanden ist wurde erklärt. Sicher nicht durch den legendären Lanzen Wurf eines Ureinwohners gegen den Teufel, wie die Legende sagt.

Das Schiefertafel Museum war leider geschlossen, beim Sportgeschäft von Vreni Schneider sind wir nur vorbei gelaufen, aber die schönen alten Häuser in Elm haben wir bewundert.

In Matt fanden wir ein sympathisches Quartier und konnten am Dienstag den Aufstieg zum Murgsee im Angriff nehmen. Es war heiss und das Bad im See erfrischend (12 Grad) Die Fotos sind leider der Zensur zum Opfer gefallen, wir dürfen keine Nacktbilder veröffentlichen. Mit der Forelle am Abend in der Murgseehütte war auch nichts, die sind noch zu klein und zu tief im Wasser.

Auf der Weiterwanderung zur Spitzmeilen Hütte kannten wir unsere frisch erworbenen Geologie Kenntnisse testen, die Landschaft ist äusserst abwechslungsreich. Den Spitzmeilengipfel mussten wir auslassen, es drohte ein Gewitter immerhin schafften wir den Wiissmilen. In der modernen Hütte wurden wir erneut sehr freundlich empfangen und gut untergebracht.

Die Tour wurde nun strenger, auf dem langen Weg ins Weisstannental wählten wir den schwierigen steilen Abstieg. Es lohnt sich, Geologie und Flora sind grandios. Im Hotel Gemsli in Weisstannen erneut eine gute Unterkunft und wer hätte das gedacht, hier gab es fangfrische Forellen (aus dem Hotelteich).

Nun kam die Königsetappe: Von Weisstannen über den Heitel Pass 1300 m Aufstieg, 1000 m Abstieg ins Calfeiser Tal und 350m Wiederaufstieg zur 'Schräawiesli' Selbstversorger Hütte des SAC Piz Sol. Das Weisstannental ist berühmt, weil hier die ersten Steinböcke der Schweiz im Jahr 1911 wieder ausgesetzt wurden. Ihre Nachkommen konnten wir auf der ganzen Tour beobachten. Es bietet aber auch landschaftlich viel, zum Beispiel die Wasserfall-Arena Batöni mit drei eindrücklichen bis zu 90 m hohen Wasserfällen. Oben am Pass stapften wir durch den Schnee, glücklicherweise nicht mehr so viel wie auf der Rekognoszierung drei Wochen vorher. Im Tal erlebten wir bange Momente ob wir den versteckten Steg über die reissende Tamina wohl finden würden. Wenn nicht, hätte das einen Umweg von 2,5 Stunden bedeutet. Wir fanden ihn und eine Stunde später waren wir glücklich auf der Alp Schräawiesli. In der Alphütte leben unten die Hirten und der Dachstock ist durch den SAC Piz Sol gemietet. Der Hüttenchef hatte uns Spaghetti mit Zutaten herausgelegt und auch Getränke waren reichlich vorhanden. Nach dem Nachtessen trafen verschwitzt Evelyne, Thorsten, Daniela und Reynald aus St Martin ein, um mit uns Samstag und Sonntag den Piz Sardona zu besteigen.

Wir waren nun im rauen und Sagen umrankten Calfeisertal.

Sagen zum Beispiel: Der Heilige Martin habe sich mit dem Pferd auf dem Weg von Rom nach dem Norden auf dem Ringelspitz verirrt. Er habe dem Pferd die Sporen gegeben und das sei in einem Satz ins Calfeisertal gesprungen (ca. 1400 Höhhenmeter !) Dort wo das Pferd aufgesetzt habe gäbe es einen Huf Abdruck und stehe heute das Kirchlein St Martin.

Oder: Im Tal habe es Riesen gegeben (Grosse Menschen werden während Jahrhunderten immer wieder beschrieben) Ein Riese habe einmal etwas krabbeln gesehen, er hätte das Karbbelzeug in den Sack gesteckt und Zuhause in seiner Höhle auf den Tisch gelegt. Nun hätte er festgestellt dass es ein Mansch sei, welcher mit dem Ochsengespann am Pflügen war.

Sicher ist nur, dass vom 14. Jahrhundert bis Mitte 17. Jahrhundert Walser im Tal siedelten. Sie verliessen es wieder, weil die Bedingungen zu schwierig waren, mit den zahlreichen grossen Lawinen welche jedes Jahr ins Tal donnern. Die Spuren der Grosslawinen vom letzten Schneereichen Winter konnten wir überall im Tal sehen.

Am Samstag starteten wir früh, Sabine hatte sich anerboten die Hütte aufzuräumen, weil sie nicht mit auf den Sardona Gipfel steigen wollte.

 Bei leidlichem Wetter erreichten wir die Sardona Hütte und nach einem kurzen Boxenstop ging es weiter zum Gipfel auf den Piz Sardona , ein 3056 m hoher Berg an der Grenze zwischen den  Kantonen Glarus, St. Gallen und Grabünden sowie Namensgeber für die Tektonik Arena. Über Blumenwiesen und steile Moränen zu dem letzten Schneefeldern,, welche auf dem kaum mehr vorhandenen Gletscher liegen und dann zum Kletterteil. Leichte Kletterei aber in teils rutschigem Schiefer, wir waren froh um die eingehängten Fixseile. Nach etwa 150 Höhenmetern Kletterei das Gipfelschneefeld. Der Gipfel Wolkenverhangen, aber für uns wurde der Vorhang geöffnet und der Wind abgestellt! Wir begegneten unterwegs nur ganz wenig Leuten und auf dem Gipfel waren 5 glückliche Angensteiner allein. Reynald hatte nach dem Kletterteil genug und Christian blieb mit ihm unterhalb des Schneefeldes zur gemütlichen Rast.

Die Wolken verdichteten sich wieder und wir erreichten im raschen Abstieg ,mit Abseilpremiere für Evelyne, die Hütte und das verdiente Bier. Kaum in der Hütte kam Regen auf, Glück gehabt. Nach einer regnerischen Nacht in der überfüllten Hütte war der Entscheid zum Abstieg nach St Martin am Morgen leicht zu fällen. Flims oder gar Elm mit über 8 Stunden Marschzeit reizte niemanden. Im leichten Regen blieben wir auf der Höhe bis zum Heubützlipass und Plattenseeli und stiegen bei nunmehr besserem Wetter über die Malanser Alp nach St Martin ab.

Mit guter Stimmung traten wir die Heimreise, an froh dass wir uns entschieden hatten schon am Samstag die Gipfelbesteigung zu wagen, am Sonntag wäre sie nicht mehr möglich gewesen.

Bericht Christian TL , Fotos Ursi TL, Sabine, Katharine; Evelyne, Thorsten; Daniela; Reynald