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Beschreibung zu den Tourenanforderungen

Skitourenwoche Bernina

Im Banne von Bernina und Corona

Diese Skitouren waren anders als sonst. Nicht wegen des Ortes, des einsamen Ospizio zuoberst auf dem Berninapass. Nicht wegen der Schneelage. Der Pulver war meist gut und die Lawinengefahr zwar zeitweise erheblich. Aber damit ist unser Bergführer Hansueli gewohnt umzugehen. Auch nicht wegen uns Teilnehmenden - wir sind eine motivierte, erfahrene und lustige Truppe.

Nein, anders war es wegen dieses klitzekleinen Corona-Virus. Auf allen Kanälen zirpte, appte und klingelte es und rief uns permanent seine Verbreitung in Erinnerung. Und weil wir uns so nah an Italien befanden und auch das Hotelpersonal von dort stammte, war es aus unseren Köpfen (hoffentlich nicht Körpern) und aus unseren Gesprächsrunden nicht wegzubringen. 

Umso motivierter waren wir, am Morgen die Felle aufzuziehen und in die morgendliche Kälte einzutauchen. Dort waren wir vor dem Käfer sicher, und ab dem ersten Schritt war er vergessen. Am Samstag führte uns Hansueli durch lichten Wald auf den Chalchagn Pitschen. Ihn zu besteigen war leichter als sich den Namen zu merken. Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher nach Morteratsch und blickten von dort auf einen unendlich langen Hang, der sich, noch wenig befahren, von der Bellavista runterzog.

Das Programm für den nächsten Tag war festgelegt: Am Sonntag bei prächtigem Sonnenschein fuhren wir mit der Kabinenbahn auf die Diavolezza. Von dort stiegen wir inmitten der majestätischen Bergwelt zum Punkt 3185 im Gebiet der Rifugi dals Chamuotschs (Gemsfreiheit). Und von dort gings runter, fast fadengrad und nur mit Pausen zum Atemholen über die Isla Persa nach Morteratsch.

Am Montag schneite es, die Sicht war stellenweise getrübt. Vielleicht war dies einer der Gründe, warum eine Teilnehmende im schwierigen Gelände und im tiefen Schnee bei der Abfahrt vom Motal in einen Bachgraben stürzte. Mit fatalen Folgen: Schlimmer Beinbruch.  Die Kollegen leisteten schnelle und wirksame Hilfe und die REGA war rasch zur Stelle. Aber die Stimmung in der Gruppe war natürlich gedämpft. Sie hellte sich erst auf, als aus dem Spital Samedan zuversichtliche ja sogar aufmunternde Botschaften gesendet wurden. Die Fassung, die das Unfallopfer zu Schau trug, ist bewundernswert. Heute beim Schreiben dieser Zeilen wissen wir: Es wird Zeit brauchen, aber wieder gut werden.

Am Dienstag und Mittwoch unternahmen wir attraktive Touren ausgehend von Madulain und La Punt. Vom Gipfel des Muntischè erblickten wir im Wind und Schneefall wenig. Umso schöner war die Abfahrt durch den tiefverschneiten und lockeren Lärchenwald.  Unvergessen bleiben der Aufstieg auf den Crasta Mora P. 2743 bei prächtigem Sonnenschein und die Abfahrt, auf deren letzten Kilometern wir die Albulastrasse nutzten. Es war so warm und der Schnee bereits so getaut, dass die Skis eine Wasser-Bugwelle schufen. Wasserski zum Abschluss also.

Wir erlebten eine spannende, erlebnisreiche und attraktive Tourenwoche, die leider für eine Person mit Verletzung und Schmerzen endete und die eine alte Lebensweisheit bestätigte: Die Gefahr lauert meist dort, wo man sie nicht vermutet. In unserem Fall nicht beim kleinen Virus, sondern bei einem grossen Loch im Schnee.

Im Namen der ganzen Gruppe möchte ich Urs für die perfekte Organisation, Hansueli  für die gute Führung sowie dem italienischen Personal des Ospizio Bernina für die trotz widriger Umstände umsichtige Betreuung danken.

Hans Peter Schmid

Besteigungen
Freitag (Anreisetag): Einlauftour auf dem Berninapass

Samstag: Chalchagn Pitschen

Sonntag: Diavolezza/Rifugi dals Chamuotschs (Gemsfreiheit)

Montag: Val da Camp/Motal

Dienstag: Madulain/Muntischè

Mittwoch: La Punt/Crasta Mora

Teilnehmende

Hansueli (Bergführer), Urs (Leitung), Christian, Ursi, Peter, Peter, Esther, Martin, Hans Peter, Regula